Heute bin ich müde. Das lange Aufbleiben bin ich nicht gewöhnt und so kleine Hunde brauchen ja besonders viel Schlaf. Ausserdem war gestern ein sehr ereignisreicher Tag. Da darf schonmal am Tag danach nichts Großartiges passieren.
Eine Sache von gestern habe ich Euch noch gar nicht erzählt: meinen Hang zum Größenwahn! Wir sind am Nachmittag ganz weit rausgefahren für unsere Spaziergänge. Dabei durfte ich gestern mit Oma Magic gehen. Zu uns gesellte sich auch noch Sissy, eine Labradorhündin, die dort auf einem Bauernhof wohnt und sich öfter mal jemanden zum Spazierengehen aussucht und einfach mitläuft. Die fand ich cool! Die ist dann auch ausgeflippt und wir rannten um die Wette. Dabei hat sie sich auf den Rücken geworfen und ich bin auf ihr herumgehopst wie auf einem Trampolin. Das fand sie so lustig, dass sie gleich nochmal losgeflitzt ist.
Magic hatte in der Zwischenzeit einen Ball in der Schnute und so im Vorbeilaufen hab‘ ich die Schnur gepackt. Daraus entstand ein lustiges Zerrspiel, bei dem ich nicht nachgeben wollte.
Frauchen erkannte also eindeutige Zeichen von Größenwahn und konnte nur den Kopf schütteln. Schon auf Gut Aiderbichl am Vormittag zeigten sich erste Vorboten. So sagte ich zu einer gutmütigen 50kg Bordeauxdogge „Guten Tag“, dessen Schädel genauso groß wie ich war. Der Rüde war ganz lieb zu mir aber Frauchen hatte Bedenken bei dem Ungleichgewicht der Körpergewichte. Dann, in der Stallgasse wo es etwas enger war, zog ich einem fremden Border Collie ganz frech an der Rute. Der hats aber gar nicht gemerkt. Frauchen musste mich schon wieder ermahnen. Mann. Nichts darf man! Da verziehe ich aber gleichmal ein wenig die Miene und bin ganz kurz beleidigt. Eure Ellis



